03 Aug

Was macht eine gute Teekanne aus?

Ich bin ja gerade auf der Suche nach einer guten Teekanne für meinen chinesischen Tee. “Chinesische Teekanne” ist natürlich fast synonym mit Yixing Teekannen, also Teekannen die aus dem berühmten Ton der Stadt Yixing hergestellt sind. Um mich vorab etwas schlau zu machen, worauf man beim Kauf achten sollte, war ich auf Youtube unterwegs und habe dabei zwei Videos gefunden, die ich für sehr informativ und gut  gemacht halte. Beide sind allerdings in Englisch, auf Deutsch habe ich nichts gefunden, was mich wieder mal darin bestärkt dass wir Deutschen reichlich Nachholbedarf in Sachen Teegenuss haben.

Dieses Video enthält auch gleich verschiedene, anschaulich erläuterte Arten, wie man eine Yixing Teekanne am besten hält:

27 Jul

Tee-Abend, heute mit 4 Sorten Keemun

Wahrscheinlich ist Keemun (oder Qimen, aus der gleichnamigen Stadt in Anhui) relativ wenigen Teetrinkern ein Begriff, und da ich mich bisher nur wenig mit Schwarztee beschäftigt habe ging es mir da nicht anders. Aber getrunken haben wir Keemun Tee  wahrscheinlich schon fast alle mal, denn wie ich inzwischen weiß, ist er der Hauptbestandteil des berühmten English Breakfast Tea!

Im Rennen hatte ich heute vier verschiedene Sorten des Keemun: ganz links im Bild ein Premium Keemun Mao Feng, dann ein Keemun Hao Ya, ein Keemun Mao Feng und schließlich ganz zur Rechten ein Keemun Congou.

4 Sorten Keemun Schwarztee im Test

Der Hao Ya war geschmacklich enttäuschend, ziemlich flach und auch farblich kommt er nicht so kräftig rüber, wie auf dem Foto gut zu sehen ist. Ich würde aber nicht ausschließen, dass ich etwas zu wenig Blätter für den Aufguss genommen habe und einfach selbst Schuld bin. Der Congou war der günstigste im Feld und konnte mich dennoch überzeugen. Eindeutiger Gewinner war aber der Premium Keemun Mao Feng! Ein herrlich rundes, süß-nussiges Aroma und sehr mild, wie ich es bei einem Schwarztee nie erwartet hätte. So ziemlich der beste Schwarztee den ich je getrunken habe und dem ich mich noch ausführlicher widmen werde!

24 Jul

Auf die Teekanne kommt’s an!

Drei Dinge auf der Welt sind höchst bedauernswert:
das Verderben bester Jugend durch falsche Erziehung,
das Schänden bester Bilder durch gemeines Angaffen
und die Verschwendung besten Tees durch unsachgemäße Behandlung.

Huizong (1082-1135)

Kaiser Huizong regierte von 1100-1126 und so wenig er offenbar von Politik verstand (in seiner Regentschaft wurde das chinesische Reich zu großen Teilen von den Jurchen erobert, weshalb er auch abdankte), um so mehr lagen ihm die schönen Künste und der Tee-Genuss am Herzen. Ein weiser Mann!

Was man mit einer wirklich guten Teekanne aus einem hochklassigen Tee herausholen kann weiß ich auch noch nicht, aber ich werde es herausfinden! Schaue mir gerade japanische Tokoname-Teekannen und chinesische Kannen aus Yixing an (die hier gefällt mir zum Beispiel sehr). Mal sehen, ob ich ein hübsches Schnäppchen finde :-)

16 Jul

4 mal Tie Guan Yin im Vergleich

Derzeit warte ich mit Spannung auf eine neue Lieferung mit verschiedenen Test-Samples einer auf Tie Guan Yin spezialisierten kleinen chinesischen Teefarm. Zeit, meinen Gaumen noch schnell auf diesen wohl bekanntesten aller Oolong-Tees einzuschießen und einige bisher unangetastete ältere Samples genauer in Augenschein zu nehmen.

Oolong-Teatasting mit vier Sorten Tie Guan Yin

Wenig überraschend gibt es einen klaren Verlierer: Den zweiten von rechts hab ich billig an der Selbstbedienungstheke eines chinesischen Supermarkts gekauft, und das ist aber sowas von unverkennbar! Die anderen drei sind alle durch die Bank geschmacklich sehr gut, unterscheiden sich aber recht stark was die Verarbeitung und den Zustand der Blätter angeht. Im Vergleich zu diesen qualitativ hochwertigen Tees rollen sich mir beim Supermarkt-Tee schon fast die Zehennägel ein!

Am Ende hat mich dann doch der ganz rechts am meisten überzeugt, ein handgerollter Tie Guan Yin aus Nanqi, der mich vor allem mit seinem blumigen Duft begeisterte. Gleich beim ersten Schnuppern musste ich sofort an eine blühende Sommerwiese denken… ein Hochgenuss! Naja, ist auch mit Abstand der teuerste. Mal sehen, wie er sich im Vergleich mit der demnächst eintreffenden Lieferung schlägt!

14 Jul

Deshalb ist die Wassertemperatur so wichtig für guten Tee

Zubereitungstipps in Tee-Shops sind inzwischen zum Standard geworden. Natürlich ist es hilfreich zu wissen, dass man beim einen Tee kochendes Wasser verwenden sollte, während bei einem anderen die Wassertemperatur besser nur bei 70 Grad liegen sollte. Aber wieso ist das eigentlich so?

Dieser Frage widmete sich ein Artikel in der neuseeländischen The Dominion Post, der zwar englisch ist und sich stark mit dem Kochen von Wasser in der Mikrowelle beschäftigt, aber trotzdem die wichtigsten Dinge auf den Punkt bringt:

In heißem Wasser lösen sich hunderte verschiedener Verbindungen, die zu Geschmack und Aroma betiragen, aus den Teeblättern und schweben im Wasser. Schwarzer Tee enthält zwei Arten von Phenolen, auch bekannt als Tannine: Theaflavine und Thearubigine. Diese sind verantwortlich für die Farbe und den frischen, herben Geschmack von aufgegossenem schwarzen Tee, und sie werden nur bei Temperaturen nahe dem Siedepunkt gelöst.

Was für schwarzen Tee gilt, hat bei Grüntee allerdings katastrophale Auswirkungen, denn:

Die weichen Geschmackstöne, die am Grüntee so geschätzt werden, entstehen durch spezielle aromatische Aminosäuren, die sich ab 60°C zu lösen beginnen. Während gaumenschmeichelnde Tannine im Schwarztee erwünscht sind, entzieht kochendes Wasser dem Grüntee zu viele herben Noten und bitteres Kaffein, welche die delikaten Aminosäuren überlagern. Kaffein ist besonders löslich bei nahezu 100°C, aber deutlich weniger zwischen 63°C und 80°C, der besten Temperaturspanne für Grüntees.

Jetzt sind wir wieder ein bisschen schlauer. Gefunden bei Nicole Martin.

 

07 Jul

Tee-Abend, heute mit 4 Sorten Bai Mu Dan

Zeit für einen besinnlichen Tee-Abend, bevor morgen im Halbfinale der nächste Fußballkrimi ansteht. Für einen besinnlichen Abend ist natürlich ein Bai Mu Dan besonders gut geeignet. Ach was, nicht ein Bai Mu Dan, wenn schon dann gleich 4!

Bai Mu Dan Test

Besonders überzeugt hat mich der zweite Kollege von rechts, ein Bai Mu Dan aus Fuding in der Provinz Fujian: Eine ganz klare Tasse. Herrlich leicht mit einem sanft-süßlichen Aroma wie eine heubedeckte Wiese im Sommer! Feine, kleine Blätter und Sprossen mit zartem Flaum zeugen von der Qualität, es gibt fast keine Bruchstücke. So sieht Qualität aus, und so schmeckt sie! Diesem Tee werde ich mich noch ausführlicher widmen :-)

 

01 Jul

10 Dinge, die man über Tee wissen muss

Deutschland ist nach wie vor ein Land der Kaffeetrinker. Viele Menschen wissen relativ wenig über Tee, seine gesundheitsfördernde Wirkung und wie man ihn zubereitet. Das Wissen darüber zu verbreiten ist eines der Ziele meines Blogs. Hier und jetzt fasse ich die 10 wichtigsten Dinge, die man über Tee wissen muss, kurz und knapp zusammen:

  1. Grüntee und Schwarztee werden prinzipiell aus derselben Pflanze gewonnen. Alle Teesorten gehen auf zwei Grund-Teepflanzen zurück: Thea sinensis (hauptsächlich in China angebaut) und Thea assamica (Indien, Afrika, Indonesien). Ob aus den Teeblättern dann ein Grüner oder Schwarzer Tee wird, hängt von der Verarbeitungsmethode ab.
  2. Grüntee darf man auf keinen Fall mit kochendem Wasser aufgießen! Zu hohe Wassertemperaturen zerstören die empfindlichen Aromastoffe des Grüntees, man “verbrüht” den Tee gewissermaßen. Die meisten Grüntees sollte man mit 75-80 Grad heißem Wasser aufgießen, qualitativ hochwertige Tees auch mit noch niedrigeren Temperaturen.
  3. Grüntee – jedenfalls guter Grüntee – ist nicht bitter. Wenn man ihn allerdings falsch zubereitet (z.Bsp. durch zu lange Ziehzeit oder zu heißes Wasser) kann er jedoch bitter werden.
  4. Schwarztee ist deutlich jünger als Grüntee: Der Herstellungsprozess von Schwarztee wurde erst vor wenigen Hundert Jahren entwickelt, während Grüntee in China seit Jahrtausenden in verschiedensten Variationen und Rezepturen zubereitet wird.
  5. Früchtetees und Kräutertees enthalten keine Teeblätter und haben entsprechend nichts mit echtem Tee zu tun. Ihre korrekte lebensmittelrechtliche Bezeichnung lautet “teeähnliche Aufgussgetränke”.
  6. Tee war in China über Jahrtausende vor allem ein Heilmittel. Neben der belebenden Wirkung des Koffeins ist z.B. nachgewiesen, dass Grüntee den Cholesterinspiegel senkt, hohem Blutdruck entgegen wirkt, das Krebsrisiko senkt und Karies vorbeugt.
  7. Durch die Fermentation der Teeblätter im Herstellungsprozess von Schwarztee gehen viele der gesunden, heilenden Wirkstoffe im Tee verloren. Grüntee ist also gesünder als Schwarztee.
  8. Das Koffein des Tees wird vom Körper langsamer aufgenommen als von Kaffee, wegen des höheren Gerbstoffanteils. Das gilt besonders für Grüntee, der eher eine langfristig belebende Wirkung als eine kurzfristig aufputschende hat.
  9. In Deutschland ist ca. 75% des in Deutschlands verkauften Tees Schwarztee. Grüntee wird aber immer beliebter und weist seit den achtziger Jahren stetig steigende Marktanteile auf. Bei Biotees liegen Grüntees sogar bereits etwas vor den Schwarztees.
  10. Mehr als die Häfte des Tees wird hierzulande in Supermärkten verkauft, fast die Hälfte der verkauften Teemenge sind Teebeutel. :-(