26 Okt

Special Huang Shan Mao Feng

Heute habe ich einen Huang Shan Mao Feng näher kennengelernt. Diese Art Grüntee gehört zu den “großen 10 chinesischen Tees” und ist nach dem Long Jing (und vielleicht noch Bi Luo Chun) wahrscheinlich der bekannteste und beliebteste Grüntee aus China.

Wissenswertes über den Huang Shan Mao Feng

So viel wusste ich schon vorher, inzwischen weiß ich auch dass “Mao Feng” soviel wie “haarige Spitze” bedeutet und auf die Form der Teeblätter zurück geht, die an eine Speerspitze erinnern soll. Außerdem habe ich gelernt, dass es verschiedene Tees gibt, die Mao Feng genannt werden. Der berühmteste Mao Feng stammt vom Gelben Berg, chinesisch: Huang Shan, im südlichsten Zipfel der Provinz Anhui und wandert heute in meine Tasse.

Huang Shan Mao Feng

Dass sich der Name des Tees von Speerspitzen ableitet erschließt sich mir beim Betrachten nicht unmittelbar – aber vielleicht hab ich einfach zu wenig Erfahrung mit chinesischen Speeren ;-)

Dafür sind an einigen der Blätter sehr deutlich die ebenfalls namengebenden Härchen erkennbar. Laut der Beschreibung des Lieferanten stammt der Tee aus einer Höhe von mehr als 800 Metern und wurde Anfang April nach der “1 Knospe & 2 Blätter”-Methode gepflückt, und von Hand orthodox verarbeitet. Die Blätter schauen wir uns in einem Moment genauer an, wenn wir sie aufgegossen vorliegen haben. Die Verarbeitung wirkt aber sehr wertig, und die Blätter habe eine ziemlich einheitliche Größe. Auf dem Foto kommt die Farbe der Teeblätter übrigens einen Tick zu bräunlich rüber, das lag wahrscheinlich an der Herbstsonne in meiner Küche, in Wahrheit war das Grün kräftiger.

Die zart-gelbe Tasse des Huang Shan Mao Feng

Wie die meisten anderen Grüntees gießt man auch den Huang Shan Mao Feng nicht mit kochend-heißem Wasser auf. Ich habe hier eine Temperatur von etwas über 70°C gehabt. Das Foto oben stammt vom ersten Aufguss.

Aus meiner Recherche habe ich gelernt, dass der Huang Shan Mao Feng für seine mannigfaltigen Farbspiele bekannt ist, die von grün bis ins gelbliche reichen können. Dieser hier scheint ein Paradebeispiel dafür zu sein mit einem fein-gelben Aufguss, der mich an Honigmelone erinnert.  Er verströmt einen zarten, frischen Geruch nach süßem Heu und schmeckt überraschend herb, was zusammen mit einer durchaus vorhandenen fruchtigen Süße eine interessante, sehr leckere Kombination ergibt.

Den zweiten Aufguss lasse ich etwas länger ziehen und muss feststellen, dass aus dem herben Aroma nun tatsächlich etwas Bitterkeit wird – die Ziehzeit will also gut ausbalanciert werden. Auch der dritte Aufguss ergibt noch ein ordentliches Getränk, danach habe ich es nicht mit weiteren Aufgüssen versucht und mich statt dessen der Betrachtung der Blätter zugewendet.

Der Huang Shan Mao Feng ergibt kräftig grüne aufgegossene Blätter

Die bieten nämlich einen schönen Anblick mit ihrer kräftigen Farbe, in der sich zarte Grüntöne mit einem Hauch gelb vermischen, wie junges Laub. Sie sind butterzart in der Hand und dennoch elastisch und es gibt sehr wenig Bruch oder Stengel. Das spricht alles für echte Qualität und gute Arbeit!

Die meisten Teeblätter sind geradezu Paradebeispiele für die “1 Knospe & 2 Blätter”-Pflückung, siehe das Foto unten. Allerdings fällt mir dann doch auf, dass manche der Teeblätter diesem Kriterium nicht entsprechen und mehr als 2 Blätter aufweisen, und bei manchen scheint die Blattform von der Norm abzuweichen und ist eher rund. Keine Ahnung, ob man daraus Rückschlüsse auf die Qualität ziehen kann, mir ist es einfach aufgefallen.

2 Blätter & 1 Sprosse - fast

Fazit

Dieser Special Huang Shan Mao Feng hat mir gut geschmeckt und macht den Eindruck eines qualitativ hochwertigen, sehr gut verarbeiteten Tees. Meine Erfahrung war allerdings, dass der Tee Aufmerksamkeit erfordert beim Timing und auch bei der Wasserqualität. Es ist also kein Tee, den man einfach eben mal so aufgießen kann. Um diesen Tee genießen zu können muss man ganz bei der Sache sein und sollte auch weiches Wasser zur Hand haben, sonst wird sein delikates Aroma sich kaum entfalten können.

 

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