15 Nov

Jin Jun Mei aus den Wuyi-Bergen

Zur Abwechslung habe ich mir heute einen Schwarztee aus dem Probenkistchen gepickt. Es handelt sich um einen Jin Jun Mei aus den Wuyi-Bergen im Norden der Provinz Fujian. Die Wuyi-Berge haben einen geradezu legendären Ruf als Tee-Anbaugebiet, einige der berühmtesten und teuersten Tees stammen von hier, z.B. der Da Hong Pao, der schon Preise von mehr als 1 Million Dollar pro Kilo erzielt hat. Wie ich außerdem erfahren habe, gehört das Gebirge zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Wissenswertes über den Jin Jun Mei

Aber zurück zum Tee! Es handelt sich hier um eine ganz neue Teesorte, die erst seit 2005 hergestellt wird. Angeblich hat der Kunde eines Tee-Produzenten bei der Besichtigung der Teefelder gefragt, ob man eigentlich auch einen Schwarztee machen könnte, der nur aus Knospen und nicht aus Blättern besteht. Daraufhin wurde eine Lieferung Knospen zu einem Tee-Meister geschickt, der nach traditionellen Methoden daraus einen Schwarztee fertigte. Das Ergebnis ist der Jin Jun Mei, der innerhalb weniger Jahre schon eine beachtliche Popularität erlangte.

Jinjunmei aus Wuyi

“Mein” Jin Jun Mei, den ich mir gleich in die Tasse tun werde, stammt aus dem Dorf Tong Mu Guan und wuchs auf einer Höhe von etwa 1500 Metern. Der Hersteller hat mich stolz darauf hingewiesen, dass die Knospen vor dem Qingming-Fest geerntet wurden, das auch als Totenfest bezeichnet wird und am 4. oder 5. April gefeiert wird. Es ist also ein  früher Tee ;-)

Auffallend an den losen Blättern ist die schwarz-goldene Färbung sowie dass die Blätter ganz leicht in sich verdreht sind. Da es sich um Knospen und nicht um ausgewachsene Blätter handelt, sind sie wirklich winzig klein und machen einen sehr fragilen Eindruck.

Die rot-goldene Tasse des Jinjunmei

Da wir hier einen Schwarztee vor uns haben, kann ich zur Abwechslung mal kochendes Wasser in die Kanne geben. Der Aufguss ergibt eine sehr kräftige, rötlich-goldene Tasse, der ein starker Duft mit würzig-süßen Tönen entströmt. Das Getränk selbst erinnert mich geschmacklich fast ein bisschen an dunkle Schokolade, es ist süßlich-herb mit einem sehr vollen Aroma. Ein sehr intensiver, interessanter Tee, zu dem ich – passend zur Jahreszeit – etwas Lebkuchen gegessen habe, was eine ausgezeichnete Kombination war!

Den aufgegossenen Blättern entströmte ein erdiger Duft, bei dem die Schokoladen-Noten noch deutlich intensiver waren. Wie von Schwarztee nicht anders zu erwarten, sind die Blätter von einer tiefbraunen Farbe, sie fühlen sich pelzig-schwer an. Die genauere Untersuchung gestaltete sich etwas schwierig, weil die Blätter leicht ineinander verdreht und noch sehr jung und klein sind, so dass sie kaum zu öffnen waren. Ich musste dann aber doch feststellen, dass der Tee eine ganze Menge an Fragmenten enthielt, bei denen sich nicht mehr nachvollziehen ließ, ob es wirklich Knospen waren. Ansonsten wäre er wahrscheinlich ne ganze Ecke teurer…

Die aufgegossenen Blätter des Jinjunmei

Fazit

Der Jin Jun Mei aus den Wuyi-Bergen hat mich absolut überzeugt! Eigentlich bin ich ja eher der Grüntee-Trinker, aber dieser Schwarztee war sehr lecker und gerade zur Weihnachts- und Winterzeit passt dieser volle, aromatisch-süße Tee ausgezeichnet. Ich habe davon drei Aufgüsse gemacht, die alle ein vergleichbares Niveau hatten. Wahrscheinlich kann man den Tee aber noch deutlich öfter aufgießen. Es wundert mich überhaupt nicht, dass der Jin Jun Mei nach nur wenigen Jahren schon zu den besten Schwarztees gezählt wird. Ich werde den in den nächsten Monaten definitiv öfter trinken!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>