02 Feb

Ein Tee-Gedicht aus der Tang-Dynastie

Tee!
 Duftende Blätter, zarte Triebe,
 Sehnsucht der Dichter, der Mönche Liebe,
 Gemahlen wie weiße Jade, gesponnen wie rote Seide,
 Im Kessel kochen gelbe Blüten, im Becher wirbeln Pulverblumen,
 Er lädt, des Nachts den Mondschein zu begleiten, bei Dämmerung den Morgentau zu schaun,
 Spült fort die Erschöpfung der Altern und Jungen, die er bis in den Rausch,
 doch zum Unmaß nie triebe.

Yuan Zhen war ein Dichter der Tang-Dynastie und lebte von 779 bis 831. Er war einer der Lektoren der Palastbibliothek in der Hauptstadt Luoyang, fiel allerdings in Ungnade bei Hofe und verbrachte danach ein wechselhaftes Schicksal. In seinem Gedicht beschreibt er die damals übliche Zubereitungsart von Tee, der unter den Tang total angesagt war und seine erste große Blütezeit erlebte. Damals war es üblich, Teeblätter wie Ziegelsteine in Formen zu pressen und diese anschließend zu Pulver zu zerreiben. Dieses Pulver wurde dann gekocht oder mit einem Rührbesen im Wasser gelöst – eine Methode, die Eingang in die japanische Teezeremonie fand, dort perfektioniert wurde und bis heute erhalten ist.

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