02 Feb

Ein Tee-Gedicht aus der Tang-Dynastie

Tee!
 Duftende Blätter, zarte Triebe,
 Sehnsucht der Dichter, der Mönche Liebe,
 Gemahlen wie weiße Jade, gesponnen wie rote Seide,
 Im Kessel kochen gelbe Blüten, im Becher wirbeln Pulverblumen,
 Er lädt, des Nachts den Mondschein zu begleiten, bei Dämmerung den Morgentau zu schaun,
 Spült fort die Erschöpfung der Altern und Jungen, die er bis in den Rausch,
 doch zum Unmaß nie triebe.

Yuan Zhen war ein Dichter der Tang-Dynastie und lebte von 779 bis 831. Er war einer der Lektoren der Palastbibliothek in der Hauptstadt Luoyang, fiel allerdings in Ungnade bei Hofe und verbrachte danach ein wechselhaftes Schicksal. In seinem Gedicht beschreibt er die damals übliche Zubereitungsart von Tee, der unter den Tang total angesagt war und seine erste große Blütezeit erlebte. Damals war es üblich, Teeblätter wie Ziegelsteine in Formen zu pressen und diese anschließend zu Pulver zu zerreiben. Dieses Pulver wurde dann gekocht oder mit einem Rührbesen im Wasser gelöst – eine Methode, die Eingang in die japanische Teezeremonie fand, dort perfektioniert wurde und bis heute erhalten ist.

10 Jan

Die erste richtige Tee-Lieferung

Kurz vor Weihnachten hatte ich meine erste “richtige” Tee-Bestellung in China aufgegeben, und zwar für meine beiden derzeitigen Lieblingstees: Ein Tie Guan Yin der Extraklasse und der Jin Jun Mei, der mich im November so begeistert hatte. Da beide Tees vom selben Hersteller stammen, bot sich eine Bestellung an. Nur war da diese Mindestabnahmemenge von 1kg, welche die meisten Hersteller voraussetzen. Die ließ mich zuerst noch zögern, denn ich mag diese beiden Tees zwar sehr, aber 1kg ist dann doch verdammt viel Tee, den trinkt man nicht eben mal so weg. Als sich dann auch ein paar Kollegen an der Bestellung beteiligt haben, hatte ich aber keine Bedenken mehr.

Und jetzt, nach etwa drei Wochen Wartezeit, kam das Paket an :-)

Post aus China

Sieht ziemlich ramponiert aus, aber es hat ja auch eine verdammt weite Reise hinter sich (laut GoogleMaps 8900km Luftlinie). Solange alles dicht geblieben ist kann mir das aber egal sein, sind ja keine Festplatten oder Porzellantassen drin. Und so gut wie das mit Klebeband umwickelt ist, dürfte es dicht geblieben sein. Also, Taschenmesser her und los gehts!

Blick in den Karton

Da sind sie also, die Tees! Fein säuberlich verpackt und bestens in Schuss, wie es sich gehört. Und obendrein noch eine kleine Überraschung in Form von neuen Teeproben aus der Herbsternte! Der Lieferant hat auf jeden Fall einen dicken Stein bei mir im Brett :-)

Ausgepackt: Tie Guan Yin, Jin Jun Mei und ein paar Proben

Alles ausgepackt und fein säuberlich aufgereiht: Die beiden großen eingeschweißten Pakete sind der Tie Guan Yin, den ich in den nächsten Tagen noch ausführlich vorstellen werde. Ein ganz großartiger Tee! Daneben der große durchsichtige Beutel ist der golden schimmernde Jin Jun Mei, den habe ich wie erwähnt schon ausführlich besprochen. Darunter die kleinen Beutel mit den grünen gekräuselten Blättern sind Tie Guan Yins aus der aktuellen Herbsternte, die beiden kleinen, in Papier gewickelte Kügelchen sind Pu Erh (sehr gespannt!) und was das mit der goldenen Verpackung ist, muss ich erst noch rausfinden. Morgen wird ein Tee-Tag! :-)

 

09 Dez

Tee-Abend mit 4 Sorten Jasmintee

Mit der Lieferung aus Guangzhou vom Wochenende kamen auch ein paar Jasmintees, auf die ich neugierig war. Also hab ich zwei davon rausgepickt und im Vergleich antreten lassen gegen meinen Lieblings-Jasmintee, den ich selbst aus China mitgebracht habe, sowie eine weitere Probe eines anderen Herstellers.

Ganz links und ganz rechts finden sich die neuen Proben: Links einmal Drachenperlen, rechts ein normaler, nicht gerollter Jasmintee. Dazwischen mit der bunten Verpackung “mein” Jasmintee und eine weitere Probe, beides ebenfalls Drachenperlen. Alle Tees wurden 90 Sekunden mit 80 Grad heißem Wasser aufgegossen.

4 Sorten Jasmintee im Vergleich

Für Jasmintees haben mich die beiden neuen Tees mit einer unerwarteten Bitterkeit überrascht, die beim rechten Tee so ausgeprägt war, dass ich schon den zweiten Aufguss nicht mehr wirklich genießen konnte. Überhaupt hatte ich bei diesem Tee keinen guten Eindruck: Von Blättern konnte nicht mehr die Rede sein, alles Bruch, und dazwischen waren auch Überreste der Jasminblüten zu finden. Ein untrügliches Zeichen für mangelnde Sorgfalt in der Produktion. Der linke der beiden neuen hatte zwar auch etwas Bitterkeit, war aber noch ok.

Trotzdem war ich von diesen beiden Proben enttäuscht. Interessant fand ich den zweiten von rechts, der auffallend süß und fruchtig im Geschmack war, was das Jasmin-Aroma allerdings etwas in den Hintergrund treten ließ. Der beste von diesen Vieren war aber doch mein selbst aus China mitgebrachter Tee, der zweite von links.

06 Dez

Nachschub aus Guangzhou

Heute war das lang ersehnte Paket mit Proben eines neuen Teelieferanten in der Post! Yiehaa!! :-)

Das Paket aus Guangzhou

Diesen Lieferanten aus Guangzhou, nicht weit von wo meine Schwiegereltern wohnen, hatte ich über die Recherche auf einer Online-Handelsplattform gefunden. Das Sortiment ist ziemlich breit und wirkte sehr hochwertig, was mich natürlich neugierig gemacht hat. Bestellt habe ich dann mehrere Jasmin-Tees, Bai Mu Dans und Da Hong Paos, sowie auch ein paar Teesorten die ich bisher noch gar nicht kenne, z.B. Liu An Gua Pian und einen Zi Sun Cha. Auf die bin ich natürlich besonders gespannt!

Die ausgepackten Proben

Und so sah die Batterie an Proben nach dem Auspacken aus. Vielleicht gibt’s morgen schon die erste Rezension.

 

15 Nov

Jin Jun Mei aus den Wuyi-Bergen

Zur Abwechslung habe ich mir heute einen Schwarztee aus dem Probenkistchen gepickt. Es handelt sich um einen Jin Jun Mei aus den Wuyi-Bergen im Norden der Provinz Fujian. Die Wuyi-Berge haben einen geradezu legendären Ruf als Tee-Anbaugebiet, einige der berühmtesten und teuersten Tees stammen von hier, z.B. der Da Hong Pao, der schon Preise von mehr als 1 Million Dollar pro Kilo erzielt hat. Wie ich außerdem erfahren habe, gehört das Gebirge zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Wissenswertes über den Jin Jun Mei

Aber zurück zum Tee! Es handelt sich hier um eine ganz neue Teesorte, die erst seit 2005 hergestellt wird. Angeblich hat der Kunde eines Tee-Produzenten bei der Besichtigung der Teefelder gefragt, ob man eigentlich auch einen Schwarztee machen könnte, der nur aus Knospen und nicht aus Blättern besteht. Daraufhin wurde eine Lieferung Knospen zu einem Tee-Meister geschickt, der nach traditionellen Methoden daraus einen Schwarztee fertigte. Das Ergebnis ist der Jin Jun Mei, der innerhalb weniger Jahre schon eine beachtliche Popularität erlangte.

Jinjunmei aus Wuyi

“Mein” Jin Jun Mei, den ich mir gleich in die Tasse tun werde, stammt aus dem Dorf Tong Mu Guan und wuchs auf einer Höhe von etwa 1500 Metern. Der Hersteller hat mich stolz darauf hingewiesen, dass die Knospen vor dem Qingming-Fest geerntet wurden, das auch als Totenfest bezeichnet wird und am 4. oder 5. April gefeiert wird. Es ist also ein  früher Tee ;-)

Auffallend an den losen Blättern ist die schwarz-goldene Färbung sowie dass die Blätter ganz leicht in sich verdreht sind. Da es sich um Knospen und nicht um ausgewachsene Blätter handelt, sind sie wirklich winzig klein und machen einen sehr fragilen Eindruck.

Die rot-goldene Tasse des Jinjunmei

Da wir hier einen Schwarztee vor uns haben, kann ich zur Abwechslung mal kochendes Wasser in die Kanne geben. Der Aufguss ergibt eine sehr kräftige, rötlich-goldene Tasse, der ein starker Duft mit würzig-süßen Tönen entströmt. Das Getränk selbst erinnert mich geschmacklich fast ein bisschen an dunkle Schokolade, es ist süßlich-herb mit einem sehr vollen Aroma. Ein sehr intensiver, interessanter Tee, zu dem ich – passend zur Jahreszeit – etwas Lebkuchen gegessen habe, was eine ausgezeichnete Kombination war!

Den aufgegossenen Blättern entströmte ein erdiger Duft, bei dem die Schokoladen-Noten noch deutlich intensiver waren. Wie von Schwarztee nicht anders zu erwarten, sind die Blätter von einer tiefbraunen Farbe, sie fühlen sich pelzig-schwer an. Die genauere Untersuchung gestaltete sich etwas schwierig, weil die Blätter leicht ineinander verdreht und noch sehr jung und klein sind, so dass sie kaum zu öffnen waren. Ich musste dann aber doch feststellen, dass der Tee eine ganze Menge an Fragmenten enthielt, bei denen sich nicht mehr nachvollziehen ließ, ob es wirklich Knospen waren. Ansonsten wäre er wahrscheinlich ne ganze Ecke teurer…

Die aufgegossenen Blätter des Jinjunmei

Fazit

Der Jin Jun Mei aus den Wuyi-Bergen hat mich absolut überzeugt! Eigentlich bin ich ja eher der Grüntee-Trinker, aber dieser Schwarztee war sehr lecker und gerade zur Weihnachts- und Winterzeit passt dieser volle, aromatisch-süße Tee ausgezeichnet. Ich habe davon drei Aufgüsse gemacht, die alle ein vergleichbares Niveau hatten. Wahrscheinlich kann man den Tee aber noch deutlich öfter aufgießen. Es wundert mich überhaupt nicht, dass der Jin Jun Mei nach nur wenigen Jahren schon zu den besten Schwarztees gezählt wird. Ich werde den in den nächsten Monaten definitiv öfter trinken!

26 Okt

Special Huang Shan Mao Feng

Heute habe ich einen Huang Shan Mao Feng näher kennengelernt. Diese Art Grüntee gehört zu den “großen 10 chinesischen Tees” und ist nach dem Long Jing (und vielleicht noch Bi Luo Chun) wahrscheinlich der bekannteste und beliebteste Grüntee aus China.

Wissenswertes über den Huang Shan Mao Feng

So viel wusste ich schon vorher, inzwischen weiß ich auch dass “Mao Feng” soviel wie “haarige Spitze” bedeutet und auf die Form der Teeblätter zurück geht, die an eine Speerspitze erinnern soll. Außerdem habe ich gelernt, dass es verschiedene Tees gibt, die Mao Feng genannt werden. Der berühmteste Mao Feng stammt vom Gelben Berg, chinesisch: Huang Shan, im südlichsten Zipfel der Provinz Anhui und wandert heute in meine Tasse.

Huang Shan Mao Feng

Dass sich der Name des Tees von Speerspitzen ableitet erschließt sich mir beim Betrachten nicht unmittelbar – aber vielleicht hab ich einfach zu wenig Erfahrung mit chinesischen Speeren ;-)

Dafür sind an einigen der Blätter sehr deutlich die ebenfalls namengebenden Härchen erkennbar. Laut der Beschreibung des Lieferanten stammt der Tee aus einer Höhe von mehr als 800 Metern und wurde Anfang April nach der “1 Knospe & 2 Blätter”-Methode gepflückt, und von Hand orthodox verarbeitet. Die Blätter schauen wir uns in einem Moment genauer an, wenn wir sie aufgegossen vorliegen haben. Die Verarbeitung wirkt aber sehr wertig, und die Blätter habe eine ziemlich einheitliche Größe. Auf dem Foto kommt die Farbe der Teeblätter übrigens einen Tick zu bräunlich rüber, das lag wahrscheinlich an der Herbstsonne in meiner Küche, in Wahrheit war das Grün kräftiger.

Die zart-gelbe Tasse des Huang Shan Mao Feng

Wie die meisten anderen Grüntees gießt man auch den Huang Shan Mao Feng nicht mit kochend-heißem Wasser auf. Ich habe hier eine Temperatur von etwas über 70°C gehabt. Das Foto oben stammt vom ersten Aufguss.

Aus meiner Recherche habe ich gelernt, dass der Huang Shan Mao Feng für seine mannigfaltigen Farbspiele bekannt ist, die von grün bis ins gelbliche reichen können. Dieser hier scheint ein Paradebeispiel dafür zu sein mit einem fein-gelben Aufguss, der mich an Honigmelone erinnert.  Er verströmt einen zarten, frischen Geruch nach süßem Heu und schmeckt überraschend herb, was zusammen mit einer durchaus vorhandenen fruchtigen Süße eine interessante, sehr leckere Kombination ergibt.

Den zweiten Aufguss lasse ich etwas länger ziehen und muss feststellen, dass aus dem herben Aroma nun tatsächlich etwas Bitterkeit wird – die Ziehzeit will also gut ausbalanciert werden. Auch der dritte Aufguss ergibt noch ein ordentliches Getränk, danach habe ich es nicht mit weiteren Aufgüssen versucht und mich statt dessen der Betrachtung der Blätter zugewendet.

Der Huang Shan Mao Feng ergibt kräftig grüne aufgegossene Blätter

Die bieten nämlich einen schönen Anblick mit ihrer kräftigen Farbe, in der sich zarte Grüntöne mit einem Hauch gelb vermischen, wie junges Laub. Sie sind butterzart in der Hand und dennoch elastisch und es gibt sehr wenig Bruch oder Stengel. Das spricht alles für echte Qualität und gute Arbeit!

Die meisten Teeblätter sind geradezu Paradebeispiele für die “1 Knospe & 2 Blätter”-Pflückung, siehe das Foto unten. Allerdings fällt mir dann doch auf, dass manche der Teeblätter diesem Kriterium nicht entsprechen und mehr als 2 Blätter aufweisen, und bei manchen scheint die Blattform von der Norm abzuweichen und ist eher rund. Keine Ahnung, ob man daraus Rückschlüsse auf die Qualität ziehen kann, mir ist es einfach aufgefallen.

2 Blätter & 1 Sprosse - fast

Fazit

Dieser Special Huang Shan Mao Feng hat mir gut geschmeckt und macht den Eindruck eines qualitativ hochwertigen, sehr gut verarbeiteten Tees. Meine Erfahrung war allerdings, dass der Tee Aufmerksamkeit erfordert beim Timing und auch bei der Wasserqualität. Es ist also kein Tee, den man einfach eben mal so aufgießen kann. Um diesen Tee genießen zu können muss man ganz bei der Sache sein und sollte auch weiches Wasser zur Hand haben, sonst wird sein delikates Aroma sich kaum entfalten können.

 

12 Okt

Bai Hao Yin Zhen – Weißhaariger Silbernadel-Tee aus Fuding

Heute durfte ich Bekanntschaft schließen mit einem Bai Hao Yin Zhen aus der Stadt Fuding, nahe der Küste ganz im Norden der Provinz Fujian. Im Englischen wird der Tee als Silver Needle bezeichnet, was man auch bei uns oft in den Shops lesen kann. Weil es aber so schön poetisch klingt, nehme ich die deutsche Übersetzung “Weißhaariger Silbernadel”-Tee.

Was macht Bai Hao Yin Zhen so besonders?

Der Silbernadel-Tee wird häufig zu den 10 besten Tees Chinas gezählt und ist der hochwertigste unter den weißen Tees. Wie ich heute im Rahmen der Vorbereitung auf die Verköstigung lesen konnte, gibt es zwei Hauptsorten des Silbernadel-Tees: Fuding Da Bai und Zhenghe Da Bai, benannt nach der Herkunft aus Fuding oder der etwa 100km weiter westlich liegenden Stadt Zhenghe. Die Varietät aus Fuding, die mir heute in die Tasse kam, ist dafür bekannt, einen helleren Aufguss zu produzieren und im Geschmack deutlich leichter zu sein.

Die Besonderheit des weißhaarigen Silbernadel-Tees ist, dass nur die Blattknospen verarbeitet werden, also die noch ungeöffneten Blätter, die mit feinen, silbrig schimmernden Härchen bewachsen sind – daher der Name. Die Blattknospen werden bei der weiteren Verarbeitung nur gewelkt und getrocknet, aber nicht gerollt oder gepresst wie die meisten Grüntees. Da ausschließlich die ungeöffneten Knospen verwendet werden, ist der Tee sehr mild und braucht auch deutlich längere Ziehzeiten, um sein feines Aroma zu entfalten.

So, genug des Vorgeplänkels! Schauen wir uns mal an, was ich da zum Testen bekommen habe:

Weißhaar-Silbernadel Tee aus Fuding

Im Foto oben ist schön zu erkennen, dass hier ausschließlich die Blattknospen für den Tee verarbeitet wurden, und der namengebende silbrig glänzende Flaum ist nicht zu übersehen. Die Knospen sind überwiegend von sehr ähnlicher Größe so um zwei bis drei Zentimeter und nahezu unversehrt. Sie strömen einen sehr feinen Duft nah an der Wahrnehmungsgrenze aus, der leicht blumig ist. Auf der Hand fühlen sie sich sehr samtig an.

Laut Hersteller wurde der Tee Ende März geerntet, das wäre dann wohl ein First Flush. Was mich etwas wundert ist die relativ dunkle Farbe der Blätter, von denen einige schon ins bräunliche gehen. Hier hatte ich eigentlich mit helleren Farbtönen gerechnet.

So, dann wollen wir den Tee mal aufgießen!

Schön zu sehen die kleinen Haare des Silbernadel-Tees

Eine der Besonderheiten des weißhaarigen Silbernadel-Tees hängt mit den kleinen Härchen zusammen, denn die lösen sich beim Aufgießen und sind im Tee sichtbar. Besonders gut sieht man das im obigen Foto vom Aufguß im Glas, aber auch unten in der Tasse kann man die winzigen Haare erkennen.

Den Silbernadel-Tee kann man deutlich länger aufgießen als andere Tees, ich habe verschiedene Aufgüsse ausprobiert und erst bei deutlich mehr als 5 Minuten eine etwas unangenehme Bitterkeit bemerkt. Laut Hersteller kann man den Tee auch heißer aufgießen als ich es normalerweise mit einem weißen oder grünen Tee machen würde. Ich habe daher für den Aufguss im Glas Wasser mit fast 90°C verwendet und das war tatsächlich kein Problem.

Der Silbernadel-Tee in der Tasse

Der fertige Tee-Aufguss ist außerordentlich hell und klar – wie ich es laut Beschreibung der Fuding-Varietät erwartet hatte. Das Aroma war ganz leicht, unaufdringlich und weich mit süßlichen, etwas an Zuckermelone erinnernden, aber sehr erfrischenden Tönen. Trotz des zarten Geschmacks war der Tee aber voll und gut abgerundet mit einem angenehmen Nachgeschmack. Mir hat dieser Weißhaar-Silbernadel Tee sehr gut geschmeckt!

Ich habe dann noch mit verschiedenen Aufgüssen experimentiert und hatte da dann allerdings den Eindruck, dass die Kraft der Knospen doch schnell nachlässt. Die ersten zwei Aufgüsse waren sehr gut, aber ab dem dritten hat er doch stark abgebaut.

Die aufgegossenen Knospen – siehe Foto unten – waren sehr elastisch, ich konnte sie ohne Probleme aufrollen und öffnen. Dabei fühlten sie sich dick und weich an, aber auch sehr samtig.

Die aufgegossenen Silbernadel-Blätter

Fazit

Ein toller Tee mit sehr rundem, süßlich-zartem Geschmack der auch jenseits des eigentlichen Trink-Erlebnisses viel bietet durch seine ungewöhnliche Haptik und das besondere Aussehen. Das Aufgießen im Glas kann ich nur empfehlen, dem Spiel der flaumigen Härchen zuzusehen ist wirklich wunderschön und es hat schon fast etwas Hypnotisierendes! Zum absoluten Spitzentee scheint aber doch noch ein Tick zu fehlen, darauf deuten die zahlreichen Bruchstücke neben den wirklich sehr schön verarbeiteten Blattknospen hin.

 

02 Sep

Und wieder 4 mal Tie Guan Yin

Die Lieferung von der Teefarm Xianghua mit einem halben Dutzend Sorten Tie Guan Yin ist eingetroffen und natürlich wollte ich gleich sehen, wie die sich so schlagen. Dazu treten zwei der Proben gegen zwei Tie Guan Yins anderer Lieferanten an.

4 Sorten Tie Guan Yin im VergleichDie beiden auf der rechten Seite sind die neuen Tees, links die älteren Proben.

Visueller Eindruck

Wie man auf dem Foto (hoffentlich) sehen kann, gibt es schon bei der Farbe erste Unterschiede. Die Teeblätter der neuen Proben haben das kräftigste Grün, der aufgegossene Tee ist am klarsten und hellsten. Die entrollten Teeblätter weisen bei den Proben links doch einiges an unvollständigen Blattteilen auf, während die Blätter bei den beiden Tees auf der rechten Seite fast unversehrt sind.

Geschmacklicher Eindruck

So viel zu den Äußerlichkeiten, die mir gleich das Gefühl gaben, dass diese Tees nochmal ne ganze Ecke besser sind als das, was ich bisher so in die Finger bekommen habe. Und dieses Gefühl wurde beim Kosten aber sowas von bestätigt! Die beiden Tie Guan Yin von Xinghua sind dermaßen intensiv, vielschichtig und aromatisch und dabei doch mild und sanft mit einem angenehmen Nachgeschmack, da können die beiden anderen nicht mal ansatzweise mithalten! Mit einem so krassen Unterschied hätte ich nicht gerechnet. Von dem Zeug werde ich garantiert bald mehr bestellen.

 

24 Aug

Der Tee-Roboter

Neben meiner innig geliebten Yixing-Teekanne habe ich noch ein weiteres Tee-Utensil geschenkt bekommen, nämlich einen Tee-Roboter. Wie auf dem Foto schön zu sehen, ist der Tee-Roboter eine sehr süße Variante des klassischen Tee-Ei oder der Tee-Zange.

Der Tee-Roboter im Ruhezustand

Ich habe den Tee-Roboter bisher im Büro ein paar Mal im Einsatz gehabt, und er hat mich rundum überzeugt. Im Vergleich zur Teezange hat er gleich mehrere Vorteile:

  • Er lässt er sich viel leichter befüllen, weil man ihn komplett aufklappen kann und dann beide Hände frei hat um die Teeblätter reinzulegen
  • Aus demselben Grund ist er auch viel leichter zu reinigen
  • Die Henkel werden nicht heiß (wie oft hab ich mir an meiner Teezange, wenn ich sie aus der Tasse holen wollte, schon die Finger verbrüht!)
  • Zum Tee-Roboter gehört auch ein Untersteller, so dass man nicht den ganzen Tisch versifft

Im Vergleich zum Tee-Ei hat er vor allem einen großen Vorteil: Er ist unglaublich süß! Allein deshalb macht das Aufgießen schon Spaß :-)

Die große Frage ist jetzt, wie lange das gute Stück hält. Die Scharniere und Verschlüsse dürften Rost und Verschleiß aller Art gute Angriffspunkte bieten.

09 Aug

Mein Schatz!

Da mache ich mir noch groß Gedanken über die richtige Teekanne und dabei hatten die Schwiegereltern ein Prachtexemplar im Gui Fei-Stil im Gepäck! Ist sie nicht wunderschön?

Meine neue Yixing Teekanne im Gui Fei Stil

Liegt herrlich in der Hand, riecht schön erdig-muffig nach Ton und hat beide Wassertests mit Bravour bestanden! Jetzt wird sie erstmal auf Tie Guan Yin geeicht, und dann kann der Teegenuss beginnen :-)